Die Faustballabteilung des TV Jahn hat fast 100 Mitglieder.

Im Sommer spielen wir auf unseren gepflegten Rasenplätzen auf dem Vereinsgelände, das in unmittelbarer Nähe zum Schweinfurter Tiergehege liegt. Unser Vereinsgelände ist oft auch Austragungsort für Turniere. Im Winter trainieren wir in den städtischen Turnhallen.


Neben dem Sportgeschehen hat auch die Geselligkeit einen festen Stellenwert in unserer Truppe. Fast schon zur Tradition geworden sind hier z.B. die alljährlich von den Faustballern organisierte "Original Schweinfurter Schlachtschüssel" oder das in Verbindung mit einem Faustballturnier veranstaltete Sommerfest.

Zur Geschichte des Faustballspiels

Das Faustballspiel ist - obwohl im Vergleich zum Fußball eigentlich recht wenig bekannt - wahrscheinlich die älteste Ballsportart überhaupt. Das Spiel ist geprägt durch die Kombination aus Lauf-, Sprung- und Schlagbewegungen, die ihrerseits Konzentration, Reaktion, Zielgenauigkeit und einen dosierten Krafteinsatz voraussetzen bzw. schulen.

Sein Verbreitungsgebiet findet der Faustballsport heute vor allen Dingen im deutschsprachigen Raum Europas, in Südamerika sowie Südwestafrika.

Der römische Dichter Plautus ( 3. Jh. v.u.Z.) berichtet beispielsweise schon von einem mit der Faust geschlagenen Ball. Drei Männer mit Faustbällen sind auf einer Gedenkmünze des Kaisers Gordianus III. (um 240) abgebildet. Im Mittelalter banden sich Faustballer sogar einen Schlagärmel aus Holz, eine Bracciale an die Innenseite des Unterarms. Im 16. Jahrhundert wird dann ein Vorläufer unseres heutigen Faustballspiels italienische Nationalsportart.

Italien gilt damit als eigentliches Ursprungsland des Faustballspiels. Seine entscheidende Entwicklung nahm es jedoch erst im deutschsprachigen Raum. 1796 äußerte sich Johann Christoph Friedrich Gutsmuths in folgender Weise über das Spiel: "Es gewährt viel Vergnügen, gibt dem Körper Bewegung im Freien und befördert seine Gesundheit und Schnelligkeit, es übt und stärkt den Arm sowie das Augenmaß".

Das erste breit angewandte Regelwerk für das Faustballspiel im Rahmen der Deutschen Turnfeste schuf der Direktor der Königlich-Bayerischen Zentral-Turnlehranstalt in München, G.H. Weber. Noch im Jahre 1908 konnte sich das Faustballspiel als verbreitetste Ballsportart im Rahmen der Sportspiele der deutschen Turnbewegung behaupten.


Faustballsport für Alle!

Der Faustballsport hat sich nach 1945 kontinuierlich weiterentwickelt. Er wird sowohl als Breitensport als auch im Leistungsbereich betrieben. Vom Schüler oder von der Schülerin bis zum älteren Menschen, also in allen Altersklassen wird diese Sportart von Mann und Frau ausgeübt.

Lehrgänge werden auf Bezirks- und Landesebene angeboten, verstärkt im Mini- und im Jugendbereich. Daraus resultieren Spieler und Spielerinnen, die sich auf Bundesebene, aber auch europaweit in Wettkämpfen vergleichen.

In Deutschland gibt es Kreis-, Bezirks- und Landesligen sowie eine erste und eine zweite Bundesliga. International gibt es Europaligen. Die Nationalmannschaften bestreiten Europa- und Weltmeisterschaften.

Diese Sportart paßt in unsere Zeit, da sie unter anderem geistige und körperliche Beweglichkeit erfordert und trainiert. Gefragt ist die Einzelleistung genauso wie das mannschaftliche Zusammenspiel. Hier wird, wie auch im Berufsleben, nur der Erfolg haben, der beide Eigenschaften besizt.


für die Faustballabteilung
Inge Weber